... heisst herzlich willkommen in der Sursassiala!
Wir sprechen Rätoromanisch, die vierte Landessprache der Schweiz und wir sind stolz darauf, denn dank dem Kloster Disentis ist die Region Vorreiter in der Rätoromanischen Kultur. So ist die vierte Landessprache der Schweiz noch heute Alltags- und Amtsprache in den betroffenen Gemeinden Disentis/Mustér, Medel/Lucmagn und Tujetsch! Ich lade Sie ein, mit mir einen Streifzug durch diese Gemeinden zu machen. Dabei werde ich Ihnen einige hoffentlich interessante Angaben zu den verschiedenen Weilern angeben. Ich wünsche Ihnen viel Spass! Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Sie erreichen mich Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Disentis blickt auf eine 1400jährige Geschichte zurück, wahrscheinlich ist die Geschichte noch älter, ist aber sicher eng mit dem ältesten Benediktinerkloster der Schweiz verbunden, welches das Dorfbild prägt. Wöchentlich arbeite ich im Gemeindearchiv und stosse manchmal dabei auf ganz interessante Sachen. Diese nehme ich auf und publiziere sie hier auf dieser Seite, also eine Sammlung von Notizen rund um meine Region. So werden alte Geschichten wieder aktuell und ich wünsche Ihnen viel Spass beim Lesen.

Gion Tenner, Gemeindearchivar Disentis

 

 

Kommt Zeit - kommt mehr! Auch unsere zwei Nachbarsgemeinden Medel/Lucmagn und Tujetsch werden in absehbarer Zeit hier vorgestellt. Sie bilden zusammen mit Disentis die Sursassiala, den obersten Teil der Surselva. Früher gehörte das ganze Gebiet (und einiges mehr) dem Kloster Disentis. Heute wird bereits diskutiert, ob man die drei Gemeinden wieder zusammenführen soll.


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In der "Vollständige Beschreibung des Schweizerlandes" [herausgegeben im Verein mit Vaterlandsfreunden von Markus Luz, Erster Theil] von 1827 lesen wir unter Disentis auf Seite 349f.:

Disentis, oder Mustär, gr. Pfarrdorf mit Jahrmarktsrecht, welches zerstreut an einem sanften Abhange liegt, der sich allmäälig von dem Fuss der Gebirge an die Ufer des Vorderrheins hinabsenkt, dessen beide Arme, aus dem Tavetscher- und aus dem Medelserthale, hier sich vereinigen. Der Ort liegt am Rathhause 3650 F. ü. M., an der Abteikirche aber 3680 Fuss. Die Umgegend bietet den Freunden der schönen, romantischen Natur prachtvolle Ansichten der Bergkolosse, der Gletscher und der lieblichsten Stellen dar, besonders ist sie dem Geognosten und dem Mineralogen merkwürdig. Die Pfarre, welche 1040 Seelen, und die Filiale Ruäras, Mompetuyetsch, Mompemedels, Segnes, Peisel, Buretsch, Funs, Accla, Disla, Madernal u. a. in sich begreift, wird von der vormals gefürsteten Benediktinerabtei versehen. Diese ist schön auf einer Anhöhe gelegen, überschaut das Dorf, und hat eine sehr weite Aussicht in die Tavestcher- und Medelsergebirge. Sie wurde 1799, nebst einem Theile des Dorfes, von den Franzosen in die Asche gelegt, und viele wehrlose Einwohner fielen als Opfer der Soldatenwuth, da während des allgemeinen Volkaufstandes in Bünden eine Kompanie Franzosen hier ermordert worden war. Das Kloster, seit diesem unglücklichen Ereignis wieder aufgebaut, ist eine der ältesten geistlichen Stiftungen in der Eidgenossenschaft. Es war sehr begütet, und hatte eine merkwürdige Sammlung von Büchern und Handschriften. Mehere Aebte spielten in den schweizerischen Freiheitskriegen und in den Bünd. Religionsunruhen üble Rollen; dahingegen Abt Peter Pultinger 1424 ein Mitstifter des Grauenbundes war. Von den jetzigen Kapitularen hat Placidus Spescha von Truns, als Naturforscher, sich einen Namen erworben.