Die Pest fordert Todesopfer

1635/1638. Die Pest wütet in der Region und fordert viele Tote. Zuerst am 15. August 1635 in Tujetsch, kurz später auch in der Gemeinde Disentis zerstört der schwarze Tod viele Menschenleben. Das Altarbild der Kirche Segnas, welche bereits 1668 vergrössert wurde, zeugt von der Katastrophe. Dort findet sich die Inschrift: : „Im Jahr 1638 sind wir Jungs uns Alts von beiderley Geschlechts in der Zahl 30 Personen allhie an der Sucht gestorben und die Ersten begraben. Bitten Gott für uns alle. Amen.“

La perdanonza da sogn Roc a Segnas

Ella ei  bein  la  pli renomada  e quei  lunsch  entuorn muort la processiun dils  affons.  Ils  16  d’uost  ei sogn Roc.  Pli baul vegnev’ei festivau la fia­sta culla curdava ed  aschia capitav‘ ei bein  savens,  che  la  fiasta  curdava  ensemen  cun  quella  da Nossadunna  d’uost  che  vegneva  e  vegn  aunc  oz  festivada en claustra a Mustér.  Pils da Segnas fuva quei bein in di  da dubla fiasta,  denton  tgei  che quei  leva  dir  san  mo  las masseras ra­quintar.  Oz vegn  la  fiasta  stuschada sin ina  dumengia, per ordinari sin quella il pli datier als 16 d’uost.  Il  punct principal dalla  perdanonza  ei  naturalmein  la messa, festivada d’in augsegner d’ordlunder. La fiasta ent­scheiva cun la messa dalla sonda sera,  fatga plitost mo per las  cuschinieras e cuschiniers che han da preparar il gentar da  fiasta. L’auter di, per ordinari allas 10.00  uras ei la messa solemna  da fiasta cun in preide di predicatur je­ster.  Weiterlesen

Disentis in „Topographia Helvetiae, Rhaetiae et Valesiae“

aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):

Merian, Frankfurt am Main 1642, S. 83–84. (Quelle: Wikisource)

Ein Praemonstratenser Ordens Abbtey / beym vordern Rhein / da herumb Welsche Lepontii wohnen / zwischen Tavetsch / vnd Ilantz / vnter dem Luckmannier Berg / vnd im Thal Medels / gelegen / so etwan ein Stand deß Reichs gewesen ist; aber anjetzo von den Graubüntern eximirt wird. Was den Vrsprung jetztgedachten Rheinstrombs anbelangt / so setzet Josias Simlerus, in Commentario de Alpibus, desselben drey Bronnen / als deß Mitlern im Gebürg / Cadelin / deß vordern vff dem Crispalt / vnnd deß hindern auff dem Berg Colmo de Occello genannt / so alle drey nahend beysammen / vnnd / von den Alten / mit einem Nahmen / der Berg Adulagenannt worden. Andere sagen / daß der andere theil deß Rhaetischen Alpgebürgs sich ziehe / von dem Setmer / gegen Niedergang / [84] von den Rhaetis, biß zu den Lepontiern / an die höchsten Alpes, die man den Gotthart heisse: Vnd dieser Strich werde in gemein / von den Alten / Alpes Adulae genant / darin der Rhein an zweyen Enden / zwischen den Alpen Julien / vnnd dem Gotthart / entspringe. Vnd diese Alpes Adulae hätten auch mancherley Nahmen / in deme Sie der Vrscheler / der Vogel / vnd der Luckmanier / geheissen würden. Weiterlesen

geboren

Ritz Johann (Bildhauer)

geboren 6.11.1666 Selkingen (heute Gem. Grafschaft),gestorben 4.10.1729 Selkingen, kath., von Selkingen. Sohn des Johann und der Magdalena Biderbost. ∞ 1694 Maria Jost, von Lax. Ausbildung möglicherweise in der Bildhauerwerkstätte von Johann Sigristen in Brig. R., der 1691 bereits als erfahrener Bildschnitzer galt, schuf zuerst im Wallis, von den 1690er Jahren an auch in Graubünden, Uri und Unterwalden zahlreiche Altäre. Als Höhepunkt seiner Schnitzkunst gilt der figurenreiche, sich über die gesamte Chorbreite erstreckende Hochaltar in der Pfarrkirche Sedrun (1702). Als führender Walliser Altarbauer und Bildhauer des Hochbarock zeichnete sich R. v.a. durch seine Stärke im dekorativen Bereich und seinen ganzheitl. Formwillen aus. (Quelle: Hist. Lexikon der Schweiz)

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